Archiv

Archive for April 2011

3900 Arbeitsplätze am Tag vernichtet

Im ersten Quartal 2011 vernichtete die spanische Wirtschaft 2900 Arbeitspläzte pro Tag. Dies sind seit Jahresbeginn mehr als 256.500 Arbeitspläzte .

Seit Ausbruch der Krise im Jahr 2007 verlor Spanien damit insgesamt mehr als 2.400.000 Arbeitsstellen.

Kategorien:Kurznachrichten

Immobilienpreise – Die Hoffnung stirbt zuletzt

Immobilien Zwangsversteigerung Mallorca

Bis vor wenigen Tagen war nach Aussagen der spanischen Finanzinstitute der Tiefpunkt der Immobilienpreise in Spanien bereits Ende 2010 durchschritten worden. An Investoren wurde die Nachricht ausgegeben wieder zu kaufen. Das dieser Rat ebenso falsch war wie die Mär vom stabilen spanischen Finanzsystem wurde nun erstmals eingestanden. Wie heute berichtet wird, sind allein im ersten Quartal 2011 mehr als 17% aller Baufinanzierungen nicht oder nur teilweise bedient worden. Die Belastungen gehen in zweistellige Milliardenbeträge.

Umfinanzierungen sind wegen des Geldmangels im System nicht mehr möglich. Neufinanzierungen werden aus dem gleichen Grund nicht bewilligt. Es wird angenommen das im Durchschnitt mindestens 6% aller vergebenen Hypotheken in 2011 zur Versteigerung kommen werden. Von einer Erholung des Marktes wird jetzt nicht vor Ende 2012 ausgegangen.

Preise der Immobilien in Spanien

Trotz dieser düsteren Aussichten fallen die Immobilienpreise in Spanien derzeit nicht. Vor allem Banken und Sparkassen halten an ihren aus Übernahmen und Versteigerungen stammenden Immobilien mit aller Macht fest. Verhandlungsspielraum und -wille existiert  kaum. Käufe mit substanziellen Preisnachlässen können nur in Zwangsversteigerungen oder auf dem durch Ausländern bestimmten Markt von Zweit- und Urlaubsdomizilen abgeschlossen werden.

Mallorca Liegenschaften – wertvoll oder wertlos?

Vor allem bei spanischen Verkäufern scheint das Festhalten an überhöhten Preisen zu einem Volkssport geworden zu sein. Die Sturheit und vor allem das Unwissen um Fakten ist beispiellos.  Es wird  generell ignoriert, dass die Nachfrage schlecht ist, die Zinsen steigen und die Mieten niedrig sind (und dies auf lange Sicht bleiben). Eintönig spricht man vom  „mal vender“ dem „schlechten Verkauft“ der um jeden Preis nach spanischer Vorstellung vom Immobilienmarkt vermieden werden muss. Dies ist das einzige Argument  um  irrwitzige Wertvorstellungen zu begründen. Durchsetzbar sind die verlangten Preise am Markt schon lange nicht mehr. Die Weigerung der Anpassung geht hin bis zur Selbstaufgabe und der persönlichen Pleite der Betroffenen. Banken fördern diesen Zustand zudem bewusst durch ihre eigene Preispolitik.

 

Der Grund hierfür liegt klar auf der Hand. Bei einer generellen Anpassung der Werte würden große Teile der spanischen Finanzinstitute durch die notwendigen Abschreibungen in den Ruin getrieben werden. Spanien wäre wegen der notwendigen Stützungsmassnahmen reif für den EU Rettungsfond.

Neu- und Altbauten werden so wohl noch auf absehbare Zeit auf der Halde liegen. Noch immer glauben und propagieren weite Kreise der spanischen Politik und Wirtschaft entgegen aller internationaler Warnungen eintönig den baldigen Verkauf des „Stock“ an „den ausländischen Investoren“  zu „guten Preisen“ und hoffen auf den „Lucky Punch“.  Denn die Hoffnung stirbt bekanntlich ja zuletzt.

Kategorien:meine Meinung!, Wohnen

Konto ohne Kontobewegung – nach 20 Jahren fallen sie dem Staat zu

Werden Konten bei spanischen Geldinstituten gehalten und verfügen diese über einen genügenden Saldo um die Kontoführungsgebühren zu zahlen, können diese schnell in Vergessenheit geraten. Insbesondere sind Fälle bekannt in denen Konten von Ausländer die im Ausland verstorben sind für Jahre unbeachtet bei spanischen Banken existierten. Gleiche Fälle  gab es bei betreuten Personen.

Doch was passiert mit diesen Konten, wenn sie durch die Erben oder Betreuer nicht aktiviert oder eingezogen werden?

Zunächst fallen natürlich die normalen Kontoführungsgebühren und Bankkosten an. Werden Konten für 20 Jahre nicht genutzt,  sind also über die Kontogebühren hinausgehenden  Kontobewegungen vorhanden, wird per Gesetz von der Aufgabe des Kontos und des dort vorhandenen Saldos ausgegangen.  In diesem Fall fällt das dort vorhandene Vermögen der spanischen Staatskasse -und damit dem spanischen Staat- unwiderruflich zu.

„Wir werden leiden. Alle.“

Heute möchte ich Ihnen Auszüge aus einem in einer spanischen Tageszeitung veröffentlichen Interview zur Verfügung stellen.  Das Gespräch wurde geführt nachdem Informationen zur möglichen Abwertung US amerikanischer Anleihen durch Standard & Poor’s bekannt wurde. Es mag etwas dramatisch klingen, doch spiegelt es die derzeitige Situation in Spanien gut wieder.

“Was für ein Tag! Jetzt springt der Fokus auf die USA. Was im Rest der entwickelten Welt bis jetzt passiert ist, war ein Murmelspiel im Vergleich zu  dem, was dort passieren könnte. Sie waren wegen der Schulden fast an dem Punkt die Verwaltung still zu legen.  Sicher hätte wir hier nichts dagegen, denn dann müsste sie (die Beamten) nicht so tun als ob sie der Arm der Regierung wären.

Nur dem Teufel kann eingefallen sein unsere Innen- und Wirtschaftspolitik nach dem Unterschied zum Zinsniveau öffentlicher Anleihen Deutschlands auszurichten. Es ist förmlich eine Einladung an die Spekulanten auf dich losgehen und eine ganze Nation in die Knie zu zwingen. […]

Wenn wir Glück haben bleiben wir bei 230 Basispunkten über dem deutscher Anleihen.  Aber ich fürchte, dass wir früher oder später wieder auf 300 bis 350 Punkte springen werden und das wird dann wieder zur offenen Diskussion über unsere Rentabilität als Land, und unserer Unternehmen werden. Viele Unternehmen und Finanzinstitute werden dann die griechische Tragöde erleben. […]

Wer bis jetzt nicht seine Finanzierung festgezogen hat wird die Daumenschrauben angelegt bekommen. Der Referenzkurs wird schlechter, die Zinsen werden steigen, das Kapital wird teurer und es werden mehr und mehr Garantien verlangt. Es wird weniger Geld, zudem teurer, und nur für mehr Garantien, und das  für eine wachsende Zahl von Kreditnehmer geben.  Die letzten zwei Wochen könnte die letzte Möglichkeit für lange Zeit gewesen sein um zu retten was zu retten war.  Die Situation um Staatsanleihen, die restriktive Geldpolitik der europäischen Zentralbank, wenn sie anhalten sollte, wird viel Blut, Schweiß und Tränen verursachen.

Geld ist zu einem knappen Gut geworden und man muss es nehmen wenn es angeboten wird und zu welchen Konditionen auch immer. Das Wichtigste ist nun zu manövrieren um Zeit zu gewinnen, um später, wenn es wieder besser läuft, eine Refinanzierung zu bekommen, bis sich der Hahn wieder schließt. Diejenigen die zu lange gewartet haben werden leiden, aber wirklich leiden. Es gibt Leute die sind jetzt schon absolut verzweifelt. Wir haben dieses Jahr bereits Operationen zu 50% des Beleihungswertes, mit Zinsen  von 250 Punkten über dem Basiszinssatz  abgeschlossen. Wenn das schon diejenigen machen die jetzt noch Ersparnisse haben, stell dir nur vor was die mit Schulden bereit sind zu tun, nur um nicht alles zu verlieren was sie haben.  

Die Konsequenz wird sein, dass sich demnächst einiges bewegen wird und das auf beiden Seiten. In der Buchhaltung werden Ingenieure am Werke sein und auf der anderen Seite werden Verhandlungen geführt und Abkommen unter dem Tisch geschlossen. Wahrscheinlich unrentable Projekte werden jetzt schon von Anfang an an der Finanzierung scheitern. Die angebotenen Unternehmensanleihen werden Investoren neuen Typs ansprechen und wir werden neue Kooperativen aus der Asche liquidierter Unternehmen auferstehen sehen. Das wird bis hinunter zu Familienunternehmen gehen.

Liege ich falsch? Bis jetzt lag ich noch nie falsch mit meinen Vorhersagen. Ich wünsche mir wirklich, dass ich dieses Mal falsch liege. Aber das alles wird hässlich, sehr hässlich. Die Frage ob man uns als Land helfen soll oder nicht vergisst immer das Leid derjeniger die es bilden. Wir werden leiden. Alle.“ (*)

(*) Aus dem Artikel: ”Quien no haya trincado ya financiación lo va a tener jodido”, Autor S. McCoy, veröffentlich in Cotizalia, vom 19.04.2011

Neues Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland – Spanien

Das geltende deutsch-spanische Doppelbesteuerungsabkommen aus dem Jahr 1966 ist eines der ältesten deutschen Doppelbesteuerungsabkommen. Da dieses Abkommen durch die wirt­schaftliche Entwicklung Spaniens überholt ist, soll es durch einen modernen, den Anforderungen der gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnisse besser angepassten, Vertrag ersetzt werden. Die Verhandlungen über ein neues Abkommen wurden im Jahr 2006 aufgenommen und konnten nunmehr durch Unterzeichnung des neuen Abkommens erfolgreich abgeschlos­sen werden.

In seiner Struktur und seinem Inhalt entspricht das neue Abkommen weitestgehend anderen neueren deutschen Ab­kommen dieser Art und orientiert sich in Aufbau und Wirkungsweise an dem aktuellen Musterabkommen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Als Investitionsanreize sind insbesondere die Absenkung des Quellensteuersatzes bei Dividenden aus zwischenstaatlichen Beteiligungen von bisher 10 % auf 5 % sowie der Verzicht auf ein Quellenbesteuerungsrecht bei Zinsen und Lizenzgebühren hervorzuheben.

Für Sozialversicherungs-Renten hat neu auch der Kassenstaat ein begrenztes Besteuerungsrecht. Für Neu-Rentner ab dem Jahr 2015 beträgt der Quellensteuersatz 5 % und für Neu-Rentner ab 2030 beträgt er 10 %. Gleiches gilt für staatlich geförderte Renten, wenn der Aufbau einer Rente über einen Zeitraum von mehr als 12 Jahren gefördert wurde. Nach dem Wechsel zur nachgelagerten Rentenbesteuerung (Freistellung in der Aufbauphase, Besteuerung in der Auszahlungsphase) wird so für Deutschland bei Wegzug des Rentenberechtigten ein angemessenes Besteuerungsrecht als Quellenstaat sichergestellt. Für andere Renten verbleibt es bei dem ausschließlichen Besteuerungsrecht des Wohnsitzstaates des Rentenempfängers.

Darüber hinaus beinhaltet das neue Abkommen den umfassenden Informationsaustausch.

Quelle: http://www.bundesfinanzministerium.de,  Pressemitteilungen vom 03.02.2011

Achtung Bankgebühren – bei Kontoeröffnung verhandeln

Gebühren für normale Transaktionen gehören bei spanischen Banken im europäischen Vergleich mit zu den Teuersten. Wurden die Gebühren bei der Kontoeröffnung nicht beachtet, kommt das böse Erwachen zumeist bei  den ersten Überweisungen. Die Bankinstitute berechnen bei Inlands- und Auslandsüberweisungen einen Prozentsatz der zu  bearbeitenden  Summe. Dies kann je nach Betrag wenige Cent aber auch mehrere tausend Euro betragen.  Ein Deckelung der Gebühren  oder  ein Höchstbetrag ist gesetzlich  nicht vorgeschrieben.

Banken haben nunmehr auch begonnen für neue Konten eine Geldempfangsgebühr zu erheben. Mag diese bei Überweisungen in Devisen noch in einem gewissen Rahmen verständlich erscheinen, so sind sie jedoch für Eurotransfers meiner Meinung nach ungerechtfertigt.  Trotz Warnungen und Protesten von Verbraucherschutzorganisationen halten viele  Geldinstitute  an dieser  Einnahmequelle fest.  Eine gesetzliches Verbot besteht indes nicht. In einigen Fällen habe ich bereits Gebühren in der Größenordnung von 0,5% des erhaltenen Betrages beobachten können.  Im Falle eines Immobilienkaufes kann dies erhebliche -und unnötige- Kosten verursachen.

Es ist daher wichtig, bereits bei der Kontoeröffnung die später zu zahlenden  Gebühren mit der Bank zu verhandeln. Ist diese erst einmal angefallen, sind die Geldinstitute  zumeist nicht gewillt diese zurück zu erstatten.

Mindesthaftungskapital spanischer GmbHs gesenkt

Im Zuge der Reform des spanischen GmbH Rechts wurde das Mindesthaftungskapital gesenkt. Bis zum Jahr 2010 waren bei der Gründung mindestens 3.006,00 EUR einzuzahlen. Dieser Betrag entsprach 500.000,00 Peseten. Für Gesellschaften die wegen der Umrechnung von Peseten auf Euro ein geringeres Mindesthaftungskapital aufwiesen musste eine umständliche und zumeist nur wenige Cent betragende Kapitalerhöhung vorgenommen werden.

Nunmehr wurde der Pesetenbetrag als Grundlage der Haftungssumme endlich aufgegeben.

Bei der Gründung einer spanischen Sociedad Limitada (S.L.) sind jetzt nur noch 3.000,00 EUR Kapital bereitzustellen.

Kann dieser durch Einzahlung in ein Bankkonto nicht gestellt werden oder entspricht es nicht dem Interesse der Gesellschafter, kann nach wie vor die Gründung auch ohne Einzahlung und Bankkonto erfolgen. In diesem Fall haften die Gesellschafter für den Wert der eingebrachten Güter.

Posted with WordPress for BlackBerry.

Kategorien:Kurznachrichten

Steuerbefreiung bei spanischen Kapitalgesellschaften

Seit Beginn des Jahres 2011 wird zur Förderung der spanischen Wirtschaft die 1%ige Stempelsteuer für die Gründung von Kapitalgesellschaften nicht mehr erhoben. Ebenso ist die Kapitalerhöhungen bei bestehenden Gesellschaften, sowie die Einbringung von Werten durch die Gesellschafter die kein Kapital darstellen von dieser Steuer befreit.

Hiermit bieten sich jetzt steuerlich interessante Möglichkeit bestehende Gesellschaften um zu bauen. So können bestehende Gesellschafterdarlehen in Kapital umgewandelt werden. Hiermit entfällt  die Besteuerung von Zinserträgen in den Heimatstaaten der Gesellschafter.  Die zumeist bestehende Unterkapitalisierung von Gesellschaften mit 3.006 EUR (jetzt nur noch 3.000 EUR) kann  beseitigt werden.

Bei Bedarf und zur vorausschauenden Steuerplanung können nun  Immobilien steuerfrei in Kapitalgesellschaften eingebracht und verwaltet werden. Auch nach Inkrafttreten des neuen Doppelbesteuerungsabkommens  zwischen Spanien und  Deutschland können so Anteile an spanischen  Kapitalgesellschaften und damit der Immobilienbesitz steuerfrei übertragen werden.

Mieten in Spanien

Der Immobilienkrise sei Dank: Mietwohnungen sind mittlerweile im Überfluss vorhanden.  Kaufen sollten Sie erst wenn Sie den Markt kennen und das nötige Kleingeld haben.

Mietangebote finden Sie in lokalen Zeitungen (Samstag/Sonntag), bei Maklern oder im Internet. Fokussieren Sie sich auf rein spanische Angebote, sollten Sie Ihre Erwartungen was die Qualität der Wohnungen betrifft zurücksetzen. Heizung, Doppelglas ,  sanierte Zimmer und Bäder werden Sie erst nach langer Suche finden. Viele Wohnungen werden samt Einrichtung vermietet wobei diese dann zumeist aus den zwanziger Jahren ist.

Praktischer Tipp: Sollten Sie an Allergien leiden (Schimmelpilz, Milben, Hausstaub, Pollen) bereiten Sie sich bei ersten Besichtigungsterminen auf einen Ausbruch unbekannten Ausmaßes vor! Möchten Sie vermeiden sie diese im Laufe der Mietzeit zu bekommen, sollten Sie Ihre neue Wohnung sorgfältig aussuchen.  Auch wenn Neubauten etwas teurer sind so lohnt sich die Investition Ihrer Gesundheit wegen.  Ist Ihre Mietwohnung im letzten Stock empfiehlt es sich auch einen Blick aufs oder unters Dach zu werfen. Sie wären nicht der Erste der im Sommer anmietet und im Herbst/Winter bei Regen feststellen muss, dass ein riesiges Loch im Ziegelwerk klafft und dem Wasser freien Lauf auf Ihr teures Mobiliar gibt. Frisch gestrichene Wände sollten Sie aufmerksam machen.  Eventuell gibt es hier ein Feuchtigkeitsproblem welches schnell überpinselt wurde.  Schauen Sie auch wo die Nachbarn Ihr Klimaanlagen installiert haben. Deren Brummen im Sommer wird Ihnen den Schlaf rauben.  Stammt die Elektroanlage aus den sechziger Jahren können Sie sicher sein, dass die zur gleichen Zeit eingeschaltete Waschmaschine und das Bügeleisen die Sicherungen springen lassen werden. Bedenken Sie auch, dass es im Winter kalt, feucht und windig sein wird.  Dieser Zustand sollte dann nicht auch in der Wohnung herrschen.

Vertrauen Sie nicht auf Versprechungen auf  Um- und Ausbauten oder Verbesserungen der Wohnung / der Einrichtung vor der Unterschrift unter den Mietvertrag. Verspricht der Vermieter viel und hält er danach wenig führt die „deutsche Mietminderung“ in Spanien zur erfolgreichen Räumungsklage im Schnellverfahren. Gleiches gilt bei auftretenden Mängel der Mietwohnung (Feuchtigkeit, Ausfall der Heizung, Schimmel usw). Hier am besten einen Fachmann fragen!

ACHTUNG: Mieten Sie nie die Wohnung von Deutschland aus ohne sie vorher gesehen zu haben und zahlen Sie nie die Miete oder die Kaution vorab. Wird auf Eile gedrungen ist sicher etwas faul!

Mietverträge können über wenigen Wochen oder Monate abgeschlossen werden.  Werden Wohnungen zur Errichtung des Hauptwohnsitzes gemietet hat der Vermieter keine Möglichkeit der Kündigung des Vertrages vor Ablauf von fünf Jahren (ausser er macht Eigenbedarf geltend und kündigte dies bereits im Mietvertrag an).  Der Vertrag verlängert sich stets um ein Jahr bis zum Erreichen der Höchstgrenze, soweit der Miete pünktlich gezahlt wird. Während der Mietzeit aktualisiert sich die Miete um die amtlich festgestellte Preissteigerungsrate.

In die Mietverträge sollten alle Absprachen eingearbeitet werden um spätere „Missverständnisse“ auszuschließen.  Die Miete wird  im Voraus für den laufenden Monat gezahlt. Daneben sollten Sie noch eine Monatsmiete Kaution einrechnen.  Haben Sie über einen Makler gemietet komm zumeist noch eine Monatsmiete Kommission hinzu.  Je nach Mietvertrag sind Wasser-, Strom- und Gas, etc. extra zu zahlen. Bestehen Sie darauf die Verträge auf sich um zu melden oder per Bankeinzug zu zahlen. Das schützt vor bösen Überraschungen.

Mieten Sie mit Mobiliar empfiehlt sich die Erstellung eines Inventars nebst Fotos. Am Ende des Mietvertrages besteht keine generelle Pflicht die Wohnung gemahlert & „besenrein“ zu übergeben.  Sie werden sie beim Einzug auch nicht so präsentiert bekommen. Um zu verhindern, dass der Vermieter Liquiditätsschwierigkeiten bei der Rückzahlung der Kaution bekommt, empfiehlt es sich, mit ihm vorher das „Abwohnen“ der Kaution zu besprechen.

Matthias Jahnel, LL.M. · Rechtsanwalt & Abogado
C/Can Arboç, n° 1 – bajos · 07002 Palma de Mallorca
Email: info@lexjahnel.com · Web: http://www.lexjahnel.com

Kategorien:Wohnen, Zuzug & Wegzug

Erste Schritte in Spanien

Niederlassen, Immobilienkauf oder einfach nur einmal ein paar Jahre ausspannen. Alles ist in Spanien möglich. Wichtig ist, dass Sie von Anfang an die richtigen Vorbereitungen treffen.

Machen Sie einen Spanischkurs und vergessen Sie die Hoffnung irgendwie mit Ihrer Muttersprache durchkommen zu können. Früher oder später werden Sie nicht mehr ohne Spanisch auskommen ohne ständig auf Hilfe anderer angewiesen zu sein. Das kann neben Nerven auch viel Geld kosten. Ob Sie daneben auch noch den lokalen Dialekt / Sprache erlernen bleibt Ihnen überlassen. Vergessen Sie nicht, dass diese autonomen Sprachen nichts wert sind sollten Sie auf das  Festland umziehen. Sie werden staunen wie sehr sich das „Mallorquin“ vom „Valenciano“ oder „Catalan“  unterscheidet. Mal abgesehen davon, dass Ihr Sprachkurs oder Abschluss aus Mallorca in Barcelona nicht anerkannt wird (und umgekehrt!) …

Beantragen Sie eine NIE (spanische ID für Ausländer) oder die „Residencia“. Letztere nur wenn Sie sicher sein sollten, dass Sie nicht nur Urlaub auf Mallorca machen möchten. Sprechen Sie vorher mit Ihrem Steuerberater oder Anwalt.  Sind Sie nicht sicher beschaffen Sie sich zunächst nur die NIE.  Danach melden Sie sich beim Finanzamt als Residenter oder Nicht-residenter an. Wenn Sie nicht sicher sind fragen Sie am besten nochmals einen Fachmann.

Öffnen Sie danach ein Bankkonto, beschaffen Sie sich eine spanische Mobilnummer um erreichbar zu sein. Beides bekommen Sie als EU Bürger bereits mit Ihrem Pass oder Ausweis. Leider ist die Bürokratie auch hier eingezogen. Richten Sie sich darauf ein bei der Bank extensive Fragebögen zur Ihrer Person, Einkommen und Zweck des Kontos auszufüllen. Der Mobilfunkverkäufer möchte mindestens eine Kopie des Ausweisdokuments nebst einer Adresse.

Dann kann es los gehen!

Matthias Jahnel, LL.M. · Rechtsanwalt & Abogado
C/Can Arboç, n° 1 – bajos · 07002 Palma de Mallorca
Email: info@lexjahnel.com · Web: http://www.lexjahnel.com

Kategorien:NIE & Co, Wohnen
%d Bloggern gefällt das: