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„Wir werden leiden. Alle.“

Heute möchte ich Ihnen Auszüge aus einem in einer spanischen Tageszeitung veröffentlichen Interview zur Verfügung stellen.  Das Gespräch wurde geführt nachdem Informationen zur möglichen Abwertung US amerikanischer Anleihen durch Standard & Poor’s bekannt wurde. Es mag etwas dramatisch klingen, doch spiegelt es die derzeitige Situation in Spanien gut wieder.

“Was für ein Tag! Jetzt springt der Fokus auf die USA. Was im Rest der entwickelten Welt bis jetzt passiert ist, war ein Murmelspiel im Vergleich zu  dem, was dort passieren könnte. Sie waren wegen der Schulden fast an dem Punkt die Verwaltung still zu legen.  Sicher hätte wir hier nichts dagegen, denn dann müsste sie (die Beamten) nicht so tun als ob sie der Arm der Regierung wären.

Nur dem Teufel kann eingefallen sein unsere Innen- und Wirtschaftspolitik nach dem Unterschied zum Zinsniveau öffentlicher Anleihen Deutschlands auszurichten. Es ist förmlich eine Einladung an die Spekulanten auf dich losgehen und eine ganze Nation in die Knie zu zwingen. […]

Wenn wir Glück haben bleiben wir bei 230 Basispunkten über dem deutscher Anleihen.  Aber ich fürchte, dass wir früher oder später wieder auf 300 bis 350 Punkte springen werden und das wird dann wieder zur offenen Diskussion über unsere Rentabilität als Land, und unserer Unternehmen werden. Viele Unternehmen und Finanzinstitute werden dann die griechische Tragöde erleben. […]

Wer bis jetzt nicht seine Finanzierung festgezogen hat wird die Daumenschrauben angelegt bekommen. Der Referenzkurs wird schlechter, die Zinsen werden steigen, das Kapital wird teurer und es werden mehr und mehr Garantien verlangt. Es wird weniger Geld, zudem teurer, und nur für mehr Garantien, und das  für eine wachsende Zahl von Kreditnehmer geben.  Die letzten zwei Wochen könnte die letzte Möglichkeit für lange Zeit gewesen sein um zu retten was zu retten war.  Die Situation um Staatsanleihen, die restriktive Geldpolitik der europäischen Zentralbank, wenn sie anhalten sollte, wird viel Blut, Schweiß und Tränen verursachen.

Geld ist zu einem knappen Gut geworden und man muss es nehmen wenn es angeboten wird und zu welchen Konditionen auch immer. Das Wichtigste ist nun zu manövrieren um Zeit zu gewinnen, um später, wenn es wieder besser läuft, eine Refinanzierung zu bekommen, bis sich der Hahn wieder schließt. Diejenigen die zu lange gewartet haben werden leiden, aber wirklich leiden. Es gibt Leute die sind jetzt schon absolut verzweifelt. Wir haben dieses Jahr bereits Operationen zu 50% des Beleihungswertes, mit Zinsen  von 250 Punkten über dem Basiszinssatz  abgeschlossen. Wenn das schon diejenigen machen die jetzt noch Ersparnisse haben, stell dir nur vor was die mit Schulden bereit sind zu tun, nur um nicht alles zu verlieren was sie haben.  

Die Konsequenz wird sein, dass sich demnächst einiges bewegen wird und das auf beiden Seiten. In der Buchhaltung werden Ingenieure am Werke sein und auf der anderen Seite werden Verhandlungen geführt und Abkommen unter dem Tisch geschlossen. Wahrscheinlich unrentable Projekte werden jetzt schon von Anfang an an der Finanzierung scheitern. Die angebotenen Unternehmensanleihen werden Investoren neuen Typs ansprechen und wir werden neue Kooperativen aus der Asche liquidierter Unternehmen auferstehen sehen. Das wird bis hinunter zu Familienunternehmen gehen.

Liege ich falsch? Bis jetzt lag ich noch nie falsch mit meinen Vorhersagen. Ich wünsche mir wirklich, dass ich dieses Mal falsch liege. Aber das alles wird hässlich, sehr hässlich. Die Frage ob man uns als Land helfen soll oder nicht vergisst immer das Leid derjeniger die es bilden. Wir werden leiden. Alle.“ (*)

(*) Aus dem Artikel: ”Quien no haya trincado ya financiación lo va a tener jodido”, Autor S. McCoy, veröffentlich in Cotizalia, vom 19.04.2011

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