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Einmal laut gelacht!

Mein morgendlicher Kaffee nebst überregionalen Wirtschaftsnews war selten so beschwingt wie heute. Endlich haben uns die spanischen Finanzbosse per Pressemitteilung Klarheit darüber verschafft, wer die wirkliche Schuld am derzeitigen Finanzdebakel trägt und wo ihre Lösung liegt.

Es sind natürlich nicht die Banken selbst die ungezügelt über Jahre hinweg Finanzierungen an Personen gewährten, die auch zu Boomzeiten nie im Stande waren, diese je zu bedienen. Es waren nicht die Manager der Filialen, die um die jährliche Kommissionen und Bilanz Willen, auch dem letzten Teilzeitkellner Tür und Tor zur schönen reichen Welt auf Pump eröffneten. Es waren nicht die Gutachter, die die „Marktwerte“ der Immobilien in ihren Vergleichswertgutachten Jahr für Jahr um 10% bis 15% nach oben schraubten. Es waren nicht die Politiker die aus wahltaktischem Kalkül über ihre lokalen Sparkassen Geld für Prestigeprojekte und an Freunde verliehen und in den Markt mit Euros überschwemmten. Es war ebenso nicht die Schuld der Zentrale in Madrid die um niedrige Arbeitslosenzahlen Willen, den Kräften des Marktes ungezügelten Lauf lies, und so sehenden Auges und wissend, die größte Krise Spaniens seit Beginn der Demokratie zuließ. Es war nicht Schuld der spanischen Zentralbank die für Jahre die Durchsetzung der strengen Basel III Auflagen vernachlässigt hat. Es war nicht die der Gemeinden, die immer neue Baugebiete auswiesen und die spanische Küste in die größte Baustelle (und Mondlandschaft) Europas verwandelten. Und es waren zu guter Letzt auch nicht die der Spanier selbst, die am großen Reibach mitverdienen wollten und denen die 60qm Eigentumswohnung mit Blick auf den Hinterhof es wert war,  all ihre Ersparnisse und finanzielle Freiheit auf Jahrzehnte zu opferten.

Alle Probleme die das Land im Süden stemmen muss, wären nach heutiger Ansicht der spanischen Finanzjongleure auf einen Schlag lösbar wenn, ja wenn nur, der freie Markt den sie ein Jahrzehnt lang propagierten und mittels dem sie Milliarden in ihre Taschen schaufelten, nun auch funktionieren würde. Doch die jetzt herbeigerufenen Helfer scheuen die frisch geschnürten Finanzpakete wie wir Deutschen saures Bier.

Heute Morgen dann kam der Befreiungsschlag. Uns dürstenden und fragenden Lesern wurde endlich klar gemacht wer die wahren Schuldigen des spanischen Debakels sind. Es sind genau diese Investoren selbst, die ohne rot zu werden, förmlich schamlos und ohne Gewissen, Sicherheiten für die Übernahme der bereits jetzt konkursreifen zarten Blüten der neuen spanischen Banklandschaft verlangen, und es zudem noch wagen, an Profit zu denken. Diese verabscheuungswürdigen Kapitalisten wird der wahre Zorn der Spanier treffen. Ein neues (dem Sozialismus abgerungenen) Staatsvehikel muss jetzt  her. Denn wir wissen nun, dass das Land im Süden seine vermeintlichen Immobilien Nuggets nicht verschleudern wird. Denn diese Kapitalisten wollen nur eins: „Sich hemmungslos an uns bereichern!!!“

Ich habe selten schon beim Kaffee so laut gelacht.

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Artikel in: http://www.elconfidencial.com/en-exclusiva/2011/bancos-malos-cajas-inversion-20110503-78054.html

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