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Archive for November 2011

Rechnungsstellung In Spanien

Mitunter werde ich gefragt wie Rechnungen in Spanien formal richtig gestellt werden. Verwirrung schafft oft die Frage nach den „Retenciones“, die vom Rechnungsempfänger einbehalten werden soll.

Grundsätzlich baut sich eine Rechnung die eine natürliche Personen (keine Gesellschaft, z.B. S.L. & S.A.!) ausstellt, wie folgt auf:

1.     Preis der  erbrachten Leistung
2.    + IVA ( = MwSt) auf den Preis der Leistung
3.     – 15% Retencion auf den Preis der Leistung

Beispiel:
Preis der Leistung:           100,00 EUR
18% IVA:                         18,00 EUR
15% IRPF:                      -15,00 EUR
zahlbare Summe:       103,00 EUR

Sollte die Tätigkeit in Spanien erst begonnen worden sein, kann für die ersten zwei Jahre anstatt der 15% Retencion ein verminderter Satz von 7% geltend gemacht werden. Dies ist aber nur dann sinnvoll und ratsam, wenn die Geschäftsgründung entsprechend hohe und laufende Ausgaben mit sich bringt.

Die Retenciones fallen nur dann an, wenn die Rechnung von einem Gewerbetreibenden/Freiberufler an einen Gewerbetreibenden/Freiberufler/Gesellschaft,  der/die in Spanien eine Aktivität ausübt, gestellt wird.

Die 15% Retenciones werden jedes Quartal an das Finanzamt vom Rechnungsempfänger abgeführt. Sollten Sie eine Rechnung erhalten, unterliegen Sie ebenso der Verpflichtung der Zahlung an das Finanzamt. Diese gesetzliche Pflicht kann nicht auf den Rechnungssteller „rück-übertragen“ werden. Sie besteht also und vor allem auch dann, wenn der Rechnungssteller die Retencion nicht nennt oder diese auf der ausgestellten Rechnung einfach vergessen wird.

Bitte finden Sie eine einfache Musterrechnung zum freien Download hier: Musterrechnung – Spanien

Lassen Sie sich beraten, sollten Sie zu diesem wichtigen Thema Fragen oder Zweifel haben.

Matthias Jahnel, LL.M. · Rechtsanwalt & Abogado
C/Can Arboç, n° 1 – bajos · 07002 Palma de Mallorca
Email: info@lexjahnel.com · Web: http://www.lexjahnel.de

spanische GmbH – die Verpflichtungen des „Administrador“

Wer Geschäfte  in Spanien macht ist gut beraten dies über eine spanische Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu erledigen.

Zum einen sprechen die recht niedrigen Kapitalerfordernisse hierfür. Zum anderen sind die Gründungskosten gering. Und zu guter Letzt, ist das private Eigentum geschützt wenn aus den hoch gesteckten Geschäftsplänen nichts wird und die Gläubiger plötzlich vor der Tür stehen.

Die spanische GMBH ist wegen dieser einleuchtenden Gründe weit verbreitet in Spanien und nun auch vermehrt in Europa.

Was vielen Betroffenen zumeist jedoch verborgen bleibt ist, dass die generösen Haftungsbeschränkungen die für die Gesellschafter der SL gelten, bei der Person der Geschäftsführers zumeist sehr eingeschränkt sein können. Hier besteht bei Verstößen gegen die Verpflichtungen des Geschäftsführers die Gefahr, dass dieser für die entstanden Schäden zahlt, und zwar aus seinem privaten Vermögen. Aus diesem Grund möchte ich hier nochmals kurz die Fälle aufzählen, in denen ein Durchgriff auf das Vermögen des Geschäftsführers (Administrdor) möglich ist.

Der Administrator – “Verwalter” einer spanischen GMBH haftet gegenüber Dritten und den Gesellschafter (straf- & zivilrechtlich) im Fall nachfolgender Vergehen selbst und unbeschränkt:

  • bei der Verfehlungen die Geschäfte der Gesellschaft ordnungsgemäß, dh wie ein Kaufmann zu führen. Zu diesen Verpflichtungen zählen unter anderem: das Führen der Buchhaltung, das Wissen zur Notwendigkeit und die Sorge um Kapitalerhöhungen bei Überschuldung der Gesellschaft, die Eröffnung des Konkurses und die Abwicklung der Gesellschaft bei bei Verlusten wenn diese 2/3 des Kapitals überschreiten (Gesellschafterdarlehen sind kapitalersetzend), die ordnungsgemäße Führung der Steuer- und Sozialversicherungsangelegenheiten.
  • Die Pflicht zur Loyalität gegenüber der Gesellschaft. Dies beinhaltet unter anderem das Verbot der Geschäftsführung zum privaten Nutzen des Geschäftsführers; das Verbot mit sich oder verbundenen Personen Geschäfte zu führen, an den die Gesellschaft ein Interesse hätte und der Geschäftsführer hiervon Kenntnis hatte; die Gesellschafterversammlung von vorliegenden Interessenkonflikten zu informieren, und sich bei Konflikten bei der Ausführung der Geschäfte zu enthalten; sich an anderen Gesellschaften mit dem gleichen Gesellschaftszweck nicht zu beteiligen bzw deren Beteiligung den Gesellschaftern vorab mitzuteilen; die Verpflichtung zur Geheimhaltung der Angelegenheiten der Gesellschaft.

Es ist also ratsam, dass sich jeder Aspirant vor Übernahme der Geschäftsführung einer spanischen S.L. zu seinen Verantwortungen beraten lässt.

Matthias Jahnel, LL.M. · Rechtsanwalt & Abogado
C/Can Arboç, n° 1 – bajos · 07002 Palma de Mallorca
Email: info@lexjahnel.com · Web: http://www.lexjahnel.de

Kategorien:Sociedad Limitada
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