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Kommt das Steuergeschenk für Immobilientransaktionen in 2015?

Kurz vor den Wahlen hat sich die konservative Regierung in Madrid dazu entschlossen, nach jahrelanger Enthaltsamkeit und steigender Steuern, das Rad herumzureißen. Die Steuerlast soll nun endlich wieder fallen. Für Residente aus einem Land der EU bedeutet dies, dass ab 2015 nur noch 20% anstatt von 24,75 % Steuern auf laufende Einkommen zahlbar werden sollen. Die gleiche Steuer, nämlich 20% anstatt von jetzt 21%, fällt beim Verkauf einer Liegenschaft auf den Gewinn an.

Weitere Erleichterungen werden für 2016 in Aussicht gestellt. Dann sollen die oben genannten Steuern auf 19% fallen.

Ein richtiger Quantensprung ist jedoch der Teil des Gesetzesentwurfes, mit dem Bürgern aus der EU oder dem Europäischen Wirtschaftsraum die Möglichkeit der Reinvestition in Spanien eingeräumt wird. Nach der siebten Zusatzanordnung des Gesetzentwurfs sollen nunmehr Nicht – Residente das Recht haben, unter bestimmten Voraussetzungen eine vollkommene Steuerbefreiung bei dem Verkauf ihrer Liegenschaft in Spanien dann zu erlangen, wenn der Verkaufserlös wieder in eine in Spanien belege Wohnimmobilie reinvestiert wird. Dieses Privileg stand bis dato nur in Spanien residenten Personen zu.

Der Entwurf der Modifizierung der spanischen Steuervorschriften sieht auf den ersten Blick natürlich sehr gut aus. Die Regierung ist des Lobes voll und klopft sich siegessicher auf die eigene Brust. Aber Politiker wären nicht Politiker wenn sie uns nur die halbe Wahrheit über die Medien preis geben würden.

Was oft bei den Lobeshymnen unterdrückt wird ist der Umstand, dass die Steuergeschenke durch die Abschaffung von Privilegien gegenfinanziert werden.

Bei Immobilientransaktionen sowohl von Residenten als auch von Nicht – Residenten ist dies konkret die Abschaffung des Inflationsausgleichs. Über diesen wurden beim Verkauf einer Immobilie der einstige Erwerbspreis und die Erwerbskosten der Inflation bis zum Zeitpunkt der Veräußerung der Immobilie angepasst. Besonders gravierende Auswirkungen wird dies auf Erwerbsvorgänge vor 1984 haben. Hier genießen Eigentümer zur Zeit noch einen gesonderten Inflationsausgleich von 11,11% pro Jahr. Somit waren die Verkaufsgewinne, zumindest bis 2006, faktisch steuerfrei.

Nunmehr soll genau dieser Inflationsausgleich gestrichen werden. Wie gesagt wird dies diejenigen hart treffen, die Liegenschaften schon seit Jahrzehnten halten, den genau diese Verkäufer partizipierten besonders stark vom Inflationsausgleich.

Was bedeutet das genau in der Praxis? Mit einem einfachen Rechenbeispiel kommt man schnell hinter den „Steuertrick“ der Regierung.
Hierzu nehme ich an, dass eine Immobilie mit einem Kaufwert von 200.000 EUR einmal in 1984 dann im Jahr 2005 und zu guter Letzt im Jahr 2009 erworben wurde. Die Immobilie wird einmal im Jahr 2014 und dann im Jahr 2015 für 600.000 EUR (nach Kosten) verkauft. Womit jeweils ein Gewinn vor Steuern von 400.000 EUR erwirtschaftet wird.

LEXJAHNEL - ABOGADOS (STEUERVERGLEICH SPANIEN VERKAUFSGEWINNSTEUER IMMOBILIEN 2014 & 2015)

(C) Matthias Jahnel – http://www.lexjahnel.de

Das Ergebnis ist eindeutig. Wer spät verkauft zahlt drauf. Wer also vor langer Zeit ein Haus oder eine Wohnung zum Beispiel auf Mallorca oder Ibiza erworben hat und sich nun mit dem Verkauf der Immobilie beschäftigt sollte versuchen noch dieses Jahr zu veräussern. Vielleicht auch indem er oder sie den Verkaufspreis senkt. Soweit die hören Steuern ab nächstes Jahr nicht gezahlt werden sollen, würde die Rettung nur im Kauf einer neuen Liegenschaft in Spanien bestehen. Wobei dies natürlich auch wieder (Kauf-) Steuern verursacht.

Matthias Jahnel, LL.M. · Rechtsanwalt & Abogado
C/Can Arboç, n° 1 – bajos · 07002 Palma de Mallorca
Email: info@lexjahnel.com · Web: http://www.lexjahnel.de

Kategorien:Immobilienrecht, Steuern

So legilisieren Sie illegale Immobilien auf Mallorca

Am 29. Mai 2014 trat das lang erwartete und heiß diskutierte “Ley de Suelo”, das erste balearische Bodengesetz, in Kraft. Gemäß der zweiten Zusatzbestimmung des Gesetzes soll es nunmehr möglich sein, die auf dem Lande der balearischen Inseln Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera ohne Genehmigung gebauten Häuser, Keller, Pools oder sonstige Anbauten legalisieren zu lassen.

Hierbei gibt es verschiedene Einschränkungen. Die wohl wichtigste ist, dass sich die Gebäude nicht in einem geschützten Gebiet befinden dürfen. So sind und bleiben Häuser im ANEI, ARIP, etc. illegal. Bestandsschutz genießen ohne Genehmigung errichtete Häuser dort nur, wenn die Immobilie nachweislich vor mehr als zwei Jahrzehnten errichtet wurde. Legal sind sie deswegen aber noch nicht.

Zweite Voraussetzung für alle anderen Schwarzbauten ist, dass die Aufbauten der Balearen – Immobilie bereits bei in Kraft treten der Bestimmung Bestandsschutz genossen haben. Dies ist dann der Fall, wenn mehr als acht Jahre seit deren Bau verstrichen sind und die Immobilie seitdem unverändert geblieben ist. Der Nachweis ist durch den Eigentümer zu führen.

Gelingt der Altersnachweis kann die Immobilie bei der zuständigen Gemeinde nach-legalisiert werden. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Neben einer erheblichen Wertsteigerung kann die Immobilie nun auch legal umgebaut werden. Dies wird jeder potentielle Käufer zu schätzen wissen!

Was sind die Kosten? Bei den Kosten der Legalisierung ist mindestens zu kalkulieren:

– Kosten des Altersnachweises

– Legalisierung

– Bausteuern

– pauschales Ordnungsgeld in Höhe von 15% bei der Legalisierung im ersten Jahr seit in Kraft treten der Bestimmung, 20% im zweiten und 25% im dritten Jahr. Zeit bedeutet also Geld.

Wie hoch sind die Kosten?

Diese Frage kann erst nach einer Analyse des Einzelfalls beantwortet werden. Auch hier wird die richtige Vorbereitung bares Geld sparen.

Da die oben genannten Fristen erst nach Zustimmung des in der Materie zuständigen Consells beginnen werden, ist nunmehr der richtige Zeitpunkt gekommen um die notwendigen Vorbereitungen unter fachlicher Anleitung zu treffen. Gerne helfe ich Ihnen mit meinem spezialisierten Team hierbei. Ich benötige zunächst lediglich:

– die Kaufurkunde (Escritura)

– den aktuellen Grundsteuerbescheid (IBI)

Gefährlich kann die Legalisierung dann sein, wenn Sie unvorbereitet zur Gemeinde marschieren. Wer nämlich so dem Bauamt mitteilt, dass er auf einer illegalen Immobilie sitzt riskiert neben einem Ordnungsgeld auch den Abriss.

Matthias Jahnel, LL.M. · Rechtsanwalt & Abogado
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Tipp: So kaufen Sie ohne Rechtsanwalt eine Immobilie auf Mallorca

Der Traum vom Haus auf Mallorca ist lebendiger denn je. Es scheint, dass zur Zeit alles gekauft wird was Mallorca an Immobilien hergibt. Vor allem deutsche Investoren leeren die Regale der Immobilienmakler und dies meist ohne unabhängigen fachlichen Rat oder die Hilfe eines auf Immobilientransaktionen spezialisierten Anwalts in Spanien. Geglaubt wird blind was gut klingt oder vertraut erscheint. Hauptsache ein Notar ist involviert. Dabei werden in Einzelfällen mehrere hunderttausend Euro einfach verzockt.

Viele deutsche Käufer von Liegenschaften in Spanien verkennen, dass spanische Notare (anders als in Deutschland) Immobilien nicht prüfen. Sie stellen lediglich fest, dass eine bestimmte Immobilie vom Verkäufer auf den Käufer übertragen wird. Auch das Verlesen der Urkunde oder die Bestätigung, dass eine Immobilie im spanischen Grundbuch und Kataster eingetragen ist, bedeutet nicht, das alles mit der Mallorca-Immobilie seine Ordnung hat.

Erst vor ein paar Wochen hatte ich einen zur Zeit leider typischen Fall eines Immobilienkaufes. Ein Käufer stand kurz vor dem Erwerb seines Traumhauses auf dem mallorquinischen Lande. Nur auf dringendes Anraten von Freunden suchte der Interessent anwaltlichen Rat. Es sollte alles sehr schnell gehen. Der Makler pochte auf den Vorvertrag schon „morgen“. Es sei ja „alles in Ordnung“. Die Immobilie stand mit Haus und Pool im Grundbuch sowie Kataster, hatte Strom und Wasser und war bereits durch die Hände mehrerer Voreigentümer gegangen. Es stellte sich heraus, dass dies nur die halbe Wahrheit war. Nach einer rechtsanwaltlichen Immobilien-Prüfung platze der Traum vom Haus im Süden. Die Immobilie war schlicht illegal. Grundbucheintrag hin oder her. Eine Liegenschaft im Naturschutzgebiet, mit schönem Haus, tollem Blick aber ohne Baugenehmigung und insgesamt fünf anhängigen Verfahren wegen Baurechtsverstößen. Nicht ein Stein stand dort legal auf dem anderen. Das Immobilien – Schnäppchen sollte knapp 450.000 EURO kosten.

Wenn Sie trotz aller gut gemeinten Warnungen ohne Anwalt ins spanische Immobiliengeschäft einsteigen wollen, möchte ich Ihnen kurz mitteilen wie Sie es am Besten machen und was sicher auf Sie zukommen wird:

Schritt 1 – Kontaktaufnahme. Sie finden Ihre Traum – Immobilie, lernen aber nie den Verkäufer kennen. Zwar sollten Sie relevante Dokumente wie z.B. die Escritura, den IBI Bescheid und bei Wohnungskäufen die Statuten vom Eigentümer erhaltenden, jedoch wird dies nicht geschehen. Sie werden diese Informationen mit Sicherheit, wenn überhaupt, mehr oder weniger vollständig, nur über den Mittler erhalten. Sie verstehen die Dokumente -wenn Sie ehrlich mit sich sind- nicht und vertrauen auf den Immobilienfachmann – Makler.

Schritt 2 – Vorvertrag. Wenn Sie jetzt der Mut noch nicht verlassen hat, unterschreiben Sie sofort den vom Makler vorgefassten Vertrag aus dessen Schublade und zahlen 10% des Kaufpreises an. Die Frage nach einem Anwalt oder Abogado wird abgebügelt. Auf Nachfragen erklärt man Ihnen, dass der Anwalt nach dem Optionsvertrag eingeschaltet werden könne. Die Kosten wären aber (wegen des Notars) an sich unnötig. Im Optionsvertrag steht Ihr Name und der des Ihnen unbekannten Verkäufers, der Kaufpreis und ein Verfallsdatum. Ihre sonstigen Wünsche finden sich nicht in der Option wieder. Der Makler besänftigt Sie damit dass alles beim Notar geregelt werden würde. Dafür sei er ja da. Wichtig wäre zunächst die Immobilie zu sichern. Auf Nachfrage stellte der Makler oder ein Notar ein Treuhandkonto zur Verfügung. Sie vertrauen spätestens jetzt darauf das alles seine Richtigkeit hat. Außerdem hatten Sie sich im Internet umfassend informiert und das Stichwort Optionsvertrag tauchte dort irgendwo auf.

Sie beantragen jetzt auch Ihre NIE Nummer.

(Sollten Sie jetzt nach schlaflosen Nächten doch zum Rechtsanwalt auf Mallorca gehen ist es übrigens schon zu spät!)

Schritt 3 – Notartermin. Man stellt Ihnen einen Notar vor der die Verträge für Sie fertigt. Nach einer kurzen Vorbereitung unterschreiben Sie den notariellen Standartvertrag in dem schlicht steht, dass Sie eine Liegenschaft kaufen und zahlen den vollen Kaufpreis. Auf Ihre Nachfrage (wenn Sie es wegen der Aufregung nicht vergessen haben) was denn mit dem mündlich Vereinbarten wäre weißt der Notar darauf hin, dass er nichts machen könne. Der Makler gibt zu verstehen, dass die Anzahlung weg wäre wenn Sie nicht unterschreiben. Sie möchten die Immobilie und zeichnen letztendlich den Standartvertrag. Ihr Geld ist nun weg und die Immobilie (oder was auch immer Sie gekauft haben) gehört Ihnen!

Ihnen wird auch geraten Schritt 2 zu überspringen. Dies sollte Sie nicht verwundern. Sie, der Verkäufer und der Vermittler kommen so schneller zum Ziel.


Schritt 4 – Sie sind allein. Kümmern Sie sich jetzt zumindest um die Steuerzahlungen, Eintragungen im Grundbuch sowie Kataster und Ummeldungen von Strom und Wasser. Dies erledigt kein Notar in Spanien. Mit viel Glück macht das noch schnell der Makler für Sie. Über die pauschale Anzahlung erhalten Sie dann aber keine Abrechnung. Der Kontakt zum Makler reißt nachfolgend abrupt ab. Er hat sein Geld verdient.

 

Wenn Sie glauben, dass Sie es ohne Anwalt geschafft und ein wenig Geld gespart haben, könnte dies auch so sein. Jedoch könnten Sie auch den Ladenhüter des Maklers erworben haben. Erfahren werden Sie dies wenn Sie später bauen oder verkaufen wollen. Dann wird die Bombe platzen, für Sie leider zu spät.

Sie denken nun dass ich übertreibe denn so etwas macht niemand? Weit gefehlt! Die von mir oben beschriebene illegale Immobilie wurde kurze Zeit später auf gleichem Weg an einen anderen deutschen Interessenten (natürlich ohne lästigen Rechtsanwalt) verkauft. Der Erwerber weiß bis heute nicht, dass er gerade seine gesamten Ersparnisse auf Mallorca wohl unwiederbringlich verpulvert hat.

Matthias Jahnel, LL.M. · Rechtsanwalt & Abogado
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Ley del Suelo de las Islas Baleares – Das erste Bodengesetz der Balearen ist da!

Vor wenigen Stunden wurde das lang erwartete und heiß diskutierte erste Bodengesetz der Balearen vom balearischen Parlament verabschiedet. Neben einer Amnestie für Schwarzbauten (siehe meinen Blog-Eintrag vom 14. September 2013) werden Bußgelder für ab jetzt errichtete Gebäude oder Gebäudeteile ohne Genehmigung erheblich erhöht.

Das Gesetz tritt nach seiner Veröffentlichung im Staatsanzeiger in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt können dann illegale Bauten unter bestimmten Voraussetzungen nach-legalisiert werden.

Für weitere Updates zum Gesetz verfolgen Sie bitte meinen Blog.

Matthias Jahnel, LL.M. · Rechtsanwalt & Abogado
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Kategorien:Kurznachrichten

Keine Steuererleichterungen für 2014 in Sicht.

Am 26. Dezember wurde der Haushalt 2014 für Spanien veröffentlicht. Das knapp 530 Seiten starke Dokument birgt für nicht Residente in Spanien keine Überraschungen.

Die Vermögenssteuer, welche am 31.12.2013 auslaufen sollte, wurde um ein Jahr verlängert. Somit wird in Spanien belegenes Vermögen (Grundbesitz, Bankkonten, Anlagen, etc) auch 2014 mit dieser Zwangsabgabe belegt. Der Freibetrag von 700.000 EUR pro Person wird beibehalten.

Ebenso wird der Sonderzuschlag von 0,75% auf Steuern für laufende Einnahmen nicht aufgehoben. So liegt auch in 2014 der Steuersatz bei insgesamt 24,75%. Betroffen sind hiervon in Spanien zu versteuernde Mieteinnahmen, das fiktive Einkommen der eigenen vier Wände oder auch die Quellensteuer auf bestimmte in Spanien zu versteuernde Einnahmen von nichtresidenten Gewerbetreibenden und Freiberuflern.

Zu guter Letzt ändert sich auch der Steuersatz für Gewinne beim Verkauf von Immobilien oder Zinserträge -für nicht EU Ansässige- nicht. Dieser verbleibt (erhöht um zwei Prozentpunkte) bei 21%.

Eine gute Nachricht kann ich aber doch vermelden! Keine der Steuern welche nicht – residente Investoren betreffen soll nächstes Jahr erhöht werden; und ab übernächstes Jahr sogar wieder fallen. Aber genau dieses Versprechen hatte Spanien bekanntlich auch schon im Jahre 2012 und ebenso in 2013 abgegeben (und gebrochen) …

Ich wünsche Ihnen einen Guten Rutsch!

Matthias Jahnel, LL.M. · Rechtsanwalt & Abogado
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Kategorien:Kurznachrichten, Steuern

Flat Rate Energy Model – Behalten Sie Ihre Stromrechnung im Auge!

Heute möchte ich Sie aus gegebenem Anlass einmal mehr vor den spanischen Netzbetreibern und Stromgiganten warnen. Diese greifen Ihnen seit August 2013 tief in die Tasche, ohne dafür auch nur einen Finger krumm zu machen.

Jeder der in Spanien ein Haus besitzt, gleich ob Mieter oder Eigentümer, wird gelegentlich seine Stromrechnung studieren. Von vielen meiner Mandaten weiß ich, dass die Art und Weise der Abrechnung des Stromverbrauchs in Spanien falsch oder gar nicht verstanden wird. Entscheidend ist für die Meisten, was am Ende auf der Rechnung steht.

Da Häuser von Nichtresidenten Immobilienbesitzern auf Mallorca öfters leer stehen, waren die Stromrechnungen zumeist irrelevant. Dies war im Prinzip auch richtig, jedenfalls bis August 2013. Ab dieser Zeit gibt es nämlich ein neues Stromtarifmodell in Spanien. Vielen Betroffenen ist nicht bewusst, dass sie nunmehr kräftig zur Kasse gebeten werden auch wenn sie keinen Strom verbrauchen. Wie ist das möglich?

Generell berechnen spanische Energieversorger in den Stromrechnungen neben den Energiekosten, die nach dem reellen Verbrauch abgerechnet werden, auch ein monatliches Fixum für die Bereitstellung des Hausstromanschlusses. Dieser Festbetrag richtet sich nach dem durch Sie beantragten und durch den Stromversorger bereitgestellten Anschlusswert. Sie finden diesen Anschlusswert auf Ihrer Stromrechnung,  z.B.„Potencia contratada  9,2kw“.

Noch vor eine paar Wochen war dieser Fixbetrag wenig bedeutsam. Sollten Sie jedoch jetzt Ihre Rechnung einmal genauer ansehen wird Ihnen auffallen, dass ab August pro Jahr und pro angeschlossenem Kw eine Gebühr von knapp 40 Euro berechnet wird. Bei durchschnittlichen Anschlusswerten von um die 10-12 kw pro Haushalt fallen so ca 484 – 580 EUR Kosten (21% MwSt inklusive) im Jahr an, gleich ob Sie das Haus, die Wohnung oder das Apartment auf Mallorca nutzen oder nicht. Das daneben der Strompreis um ca 1,5 Cent / kwh verringert wurde ist mehr Hohn als Hilfe. Zudem verstecken die grössten Versorger diese Kosten auf ihren Rechnungen in dem sie den Tarif auf einen Tagessatz von wenigen Cent herunterrechnen.

Wie können Sie dieser Abzocke entkommen? Den Stromvertrag kündigen und Mallorca bei Kerzenschein und vorindustrieller Romantik genießen wird auf die Dauer nicht für jedermann das passende Konzept sein. Auch hilft es unter den derzeitigen gesetzlichen Vorgaben nicht wirklich, sich mit Solarzellen den eigenen Strom zu produzieren. Die einzige Abhilfe schafft im Grunde nur ein Anbieterwechsel mit günstigeren Stromtarifen z.B. zur Gesternova und die Verringerung des Stromverbrauches im Haushalt.

Mitunter wurden in der Vergangenheit für Immobilien Anschlusswerte bei den Stromversorgern beantragt, die weit über dem lagen, was die Liegenschaften wirklich vom Netz benötigten. Eine einfache Berechnung kann Ihnen helfen herauszufinden, welcher Hausanschlusswert für Ihr Haus der richtige ist. Addieren Sie hierzu für alle  Elektrogeräte in Ihrem Haushalt den Stromverbrauch, so als ob alle Geräte gleichzeitig eingeschaltet wären. Ziehen Sie zu dem ermittelten Wert 1kw als Sicherheit hinzu. Der so errechnete maximale Stromverbrauch sollte dem Anschlusswert (Potencia contratada) Ihrer Stromrechnung entsprechen. Ist er höher, können Sie eine Verringerung bei Ihrem zuständigen Versorger beantragen. Damit verringert sich automatisch auch Ihre monatliche Stromrechung. Verbrauchen sie mehr als Sie angeschlossen haben, sind Sie in der unglücklichen Lage Nichts machen zu können, außer vielleicht die Stromfresser aus Ihrem Haushalt zu verbannen.

Lassen Sie in jedem Fall Ihrem Ideenreichtum freien Lauf!

Matthias Jahnel, LL.M. · Rechtsanwalt & Abogado
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Kategorien:Kurznachrichten, Wohnen

Die Sonne im Tank – spritfrei durch Mallorca

Spanien hat was andere nicht haben. Nein, ich rede jetzt nicht von Sonne, Strand und Meer, gutem Essen und Wein. Es geht heute um Subventionen zum Aufbau einer Elektroflotte im Automobilsektor. Bereits 2010, also in dem Jahr, in dem Spanien kurz vor dem finanziellen Kollaps stand, wurde ein Projekt zur Förderung zukunftsweisender Elektromobilität ins Leben gerufen. Das Ziel war es, effiziente KfZ auf spanische Straßen zu bringen und die langsam überalternde Fahrzeugflotte ins 21 Jahrhundert zu katapultieren. Das Programm hatte im ersten Jahr nur mäßigen Erfolg. Es wurde fortgesetzt und läuft bis dato.

Was bietet Spanien? Zunächst gibt es eine Abwrackprämie für ihr altes Auto von 2.000 EUR. Zudem kommt ein Zuschuss zum Kaufpreis des neuen Fahrzeugs, ein Rabatt bei der Zulassungssteuer sowie eine verminderte KfZ Steuer, sollten Sie sich für ein Hybrid oder Elektrofahrzeug entscheiden.

Dieses Konzept hat mein Interesse geweckt. Nach kurzer Suche und Probefahrt fiel meine Entscheidung auf den zu 100% elektrisch betriebenen Renault ZOE. Ein kleiner viersitziger Stadtflitzer mit einer Autonomie von ca. 150 bis 210km, je nach Bleifuß natürlich.  Es gibt noch weitere Anbieter. Wer sucht wird fündig.

Der Staat gab zunächst 2.000 EUR für das Altfahrzeug. Danach unterstützte Spanien den Kauf des ZOE mit einer Subvention von 5.500 EUR. Doch das ist noch lange nicht alles! Zusätzliche Vorteile des ZOE sind eine Freistellung von der Zulassungssteuer, ein 75% Rabatt auf die jährliche KfZ Steuer, eine Freistellung von sämtlichen Parkgebühren in Palma’s blauen Parkzonen sowie ein Recht der Benutzung der Busspuren im Stadtgebiet. Der ZOE überholt also jeden Sprit-schlucker im Handumdrehen.

Getankt wird tagsüber falls nötig in Palma in den Parkhäusern (kostenpflichtig): Antoni Maura, Parc de sa Riera, Marquès de la Sènia, Manacor, Santa Pagesa oder der Via Roma, oder kostenfrei an den Gratis-Zapfsäulen in der Calle Conquistador und Calle Aragón. Nachts laden ich den ZOE in der Garage zu einem neuen super-billig Stromtarif zwischen 24 Uhr bis 8 Uhr zu nur knapp 5 Cent / kwh. Auf Wunsch können Sie hierbei auf 100% erneuerbare Energien zurückgreifen. Wie dies geht habe ich unter anderem in meinem Blog im Mai 2013 beschrieben.

Günstiger kann motor-betriebene Mobilität kaum sein. Mich hat dieses Konzept für Mallorca’s Hauptstadt überzeugt. Vielleicht ist es ja auch etwas für Sie.

Matthias Jahnel, LL.M. · Rechtsanwalt & Abogado
C/Can Arboç, n° 1 – bajos · 07002 Palma de Mallorca
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