Archiv

Archive for the ‘meine Meinung!’ Category

Tipp: So kaufen Sie ohne Rechtsanwalt eine Immobilie auf Mallorca

Der Traum vom Haus auf Mallorca

Es scheint, dass zur Zeit alles gekauft wird was Mallorca an Immobilien hergibt. Vor allem deutsche Investoren leeren die Regale der Immobilienmakler und dies meist ohne unabhängigen fachlichen Rat oder die Hilfe eines auf Immobilientransaktionen spezialisierten Anwalts in Spanien. Geglaubt wird blind was gut klingt oder vertraut erscheint. Hauptsache ein Notar ist involviert. Dabei werden in Einzelfällen mehrere hunderttausend Euro einfach verzockt.

Notare in Spanien, Immobilien werden nicht geprüft

Viele deutsche Käufer von Liegenschaften in Spanien verkennen, dass spanische Notare (anders als in Deutschland) Immobilien nicht prüfen. Sie stellen lediglich fest, dass eine bestimmte Immobilie vom Verkäufer auf den Käufer übertragen wird. Auch das Verlesen der Urkunde oder die Bestätigung, dass eine Immobilie im spanischen Grundbuch und Kataster eingetragen ist, bedeutet nicht, das alles mit der Mallorca-Immobilie seine Ordnung hat.

Kauf des Traumhauses mit Hindernissen

Erst vor ein paar Wochen hatte ich einen zur Zeit leider typischen Fall eines Immobilienkaufes. Ein Käufer stand kurz vor dem Erwerb seines Traumhauses auf dem mallorquinischen Lande. Nur auf dringendes Anraten von Freunden suchte der Interessent anwaltlichen Rat. Es sollte alles sehr schnell gehen. Der Makler pochte auf den Vorvertrag schon „morgen“. Es sei ja „alles in Ordnung“. Die Immobilie stand mit Haus und Pool im Grundbuch sowie Kataster, hatte Strom und Wasser und war bereits durch die Hände mehrerer Voreigentümer gegangen. Es stellte sich heraus, dass dies nur die halbe Wahrheit war. Nach einer rechtsanwaltlichen Immobilien-Prüfung platze der Traum vom Haus im Süden. Die Immobilie war schlicht illegal. Grundbucheintrag hin oder her. Eine Liegenschaft im Naturschutzgebiet, mit schönem Haus, tollem Blick aber ohne Baugenehmigung und insgesamt fünf anhängigen Verfahren wegen Baurechtsverstößen. Nicht ein Stein stand dort legal auf dem anderen. Das Immobilien – Schnäppchen sollte knapp 450.000 EURO kosten. Wenn Sie trotz aller gut gemeinten Warnungen ohne Anwalt ins spanische Immobiliengeschäft einsteigen wollen, möchte ich Ihnen kurz mitteilen wie Sie es am Besten machen und was sicher auf Sie zukommen wird:

Schritt 1 – Kontaktaufnahme mit dem Verkäufer

Sie finden Ihre Traum – Immobilie, lernen aber nie den Verkäufer kennen. Zwar sollten Sie relevante Dokumente wie z.B. die Escritura oder den IBI  Bescheid und bei Wohnungskäufen die Statuten vom Eigentümer erhaltenden, jedoch wird dies nicht geschehen. Sie werden diese Informationen mit Sicherheit, wenn überhaupt, mehr oder weniger vollständig, nur über den Mittler erhalten. Sie verstehen die Dokumente -wenn Sie ehrlich mit sich sind- nicht und vertrauen auf den Immobilienfachmann – Makler.

Schritt 2 – Vorvertrag bei Immobilienkauf

Wenn Sie jetzt der Mut noch nicht verlassen hat, unterschreiben Sie sofort den vom Makler vorgefassten Vertrag aus dessen Schublade und zahlen 10% des Kaufpreises an. Die Frage nach einem Anwalt oder Abogado wird abgebügelt. Auf Nachfragen erklärt man Ihnen, dass der Anwalt nach dem Optionsvertrag eingeschaltet werden könne. Die Kosten wären aber (wegen des Notars) an sich unnötig. Im Optionsvertrag steht Ihr Name und der des Ihnen unbekannten Verkäufers, der Kaufpreis und ein Verfallsdatum. Ihre sonstigen Wünsche finden sich nicht in der Option wieder. Der Makler besänftigt Sie damit dass alles beim Notar geregelt werden würde. Dafür sei er ja da. Wichtig wäre zunächst die Immobilie zu sichern. Auf Nachfrage stellte der Makler oder ein Notar ein Treuhandkonto zur Verfügung. Sie vertrauen spätestens jetzt darauf das alles seine Richtigkeit hat. Außerdem hatten Sie sich im Internet umfassend informiert und das Stichwort Optionsvertrag tauchte dort irgendwo auf.

Sie beantragen jetzt auch Ihre NIE Nummer.

(Sollten Sie jetzt nach schlaflosen Nächten doch zum Rechtsanwalt auf Mallorca gehen ist es übrigens schon zu spät!)

Schritt 3 – Notartermin beim Immobilienerwerb

Man stellt Ihnen einen Notar vor der die Verträge für Sie fertigt. Nach einer kurzen Vorbereitung unterschreiben Sie den notariellen Standartvertrag in dem schlicht steht, dass Sie eine Liegenschaft kaufen und zahlen den vollen Kaufpreis. Auf Ihre Nachfrage (wenn Sie es wegen der Aufregung nicht vergessen haben) was denn mit dem mündlich Vereinbarten wäre weißt der Notar darauf hin, dass er nichts machen könne. Der Makler gibt zu verstehen, dass die Anzahlung weg wäre wenn Sie nicht unterschreiben. Sie möchten die Immobilie und zeichnen letztendlich den Standartvertrag. Ihr Geld ist nun weg und die Immobilie (oder was auch immer Sie gekauft haben) gehört Ihnen!

Ihnen wird auch geraten Schritt 2 zu überspringen. Dies sollte Sie nicht verwundern. Sie, der Verkäufer und der Vermittler kommen so schneller zum Ziel.

Schritt 4 – Sie sind allein im Tschungel des spanischen Rechts

Kümmern Sie sich jetzt zumindest um die Steuerzahlungen, Eintragungen im Grundbuch sowie Kataster und Ummeldungen von Strom und Wasser. Dies erledigt kein Notar in Spanien. Mit viel Glück macht das noch schnell der Makler für Sie. Über die pauschale Anzahlung erhalten Sie dann aber keine Abrechnung. Der Kontakt zum Makler reißt nachfolgend abrupt ab. Er hat sein Geld verdient.

Wenn Sie glauben, dass Sie es ohne Anwalt geschafft und ein wenig Geld gespart haben, könnte dies auch so sein. Jedoch könnten Sie auch den Ladenhüter des Maklers erworben haben. Erfahren werden Sie dies wenn Sie später bauen oder verkaufen wollen. Dann wird die Bombe platzen, für Sie leider zu spät.

Sie denken nun dass ich übertreibe denn so etwas macht niemand? Weit gefehlt! Die von mir oben beschriebene illegale Immobilie wurde kurze Zeit später auf gleichem Weg an einen anderen deutschen Interessenten (natürlich ohne lästigen Rechtsanwalt) verkauft. Der Erwerber weiß bis heute nicht, dass er gerade seine gesamten Ersparnisse auf Mallorca wohl unwiederbringlich verpulvert hat.

Matthias Jahnel, LL.M. · Rechtsanwalt & Abogado
C/Can Arboç, n° 1 – bajos · 07002 Palma de Mallorca
Email: info@lexjahnel.com · Web: http://www.lexjahnel.de

Die Sonne im Tank – spritfrei durch Mallorca

Spanien hat was andere nicht haben. Nein, ich rede jetzt nicht von Sonne, Strand und Meer, gutem Essen und Wein. Es geht heute um Subventionen zum Aufbau einer Elektroflotte im Automobilsektor. Bereits 2010, also in dem Jahr, in dem Spanien kurz vor dem finanziellen Kollaps stand, wurde ein Projekt zur Förderung zukunftsweisender Elektromobilität ins Leben gerufen. Das Ziel war es, effiziente KfZ auf spanische Straßen zu bringen und die langsam überalternde Fahrzeugflotte ins 21 Jahrhundert zu katapultieren. Das Programm hatte im ersten Jahr nur mäßigen Erfolg. Es wurde fortgesetzt und läuft bis dato.

Was bietet Spanien? Zunächst gibt es eine Abwrackprämie für ihr altes Auto von 2.000 EUR. Zudem kommt ein Zuschuss zum Kaufpreis des neuen Fahrzeugs, ein Rabatt bei der Zulassungssteuer sowie eine verminderte KfZ Steuer, sollten Sie sich für ein Hybrid oder Elektrofahrzeug entscheiden.

Dieses Konzept hat mein Interesse geweckt. Nach kurzer Suche und Probefahrt fiel meine Entscheidung auf den zu 100% elektrisch betriebenen Renault ZOE. Ein kleiner viersitziger Stadtflitzer mit einer Autonomie von ca. 150 bis 210km, je nach Bleifuß natürlich.  Es gibt noch weitere Anbieter. Wer sucht wird fündig.

Der Staat gab zunächst 2.000 EUR für das Altfahrzeug. Danach unterstützte Spanien den Kauf des ZOE mit einer Subvention von 5.500 EUR. Doch das ist noch lange nicht alles! Zusätzliche Vorteile des ZOE sind eine Freistellung von der Zulassungssteuer, ein 75% Rabatt auf die jährliche KfZ Steuer, eine Freistellung von sämtlichen Parkgebühren in Palma’s blauen Parkzonen sowie ein Recht der Benutzung der Busspuren im Stadtgebiet. Der ZOE überholt also jeden Sprit-schlucker im Handumdrehen.

Getankt wird tagsüber falls nötig in Palma in den Parkhäusern (kostenpflichtig): Antoni Maura, Parc de sa Riera, Marquès de la Sènia, Manacor, Santa Pagesa oder der Via Roma, oder kostenfrei an den Gratis-Zapfsäulen in der Calle Conquistador und Calle Aragón. Nachts laden ich den ZOE in der Garage zu einem neuen super-billig Stromtarif zwischen 24 Uhr bis 8 Uhr zu nur knapp 5 Cent / kwh. Auf Wunsch können Sie hierbei auf 100% erneuerbare Energien zurückgreifen. Wie dies geht habe ich unter anderem in meinem Blog im Mai 2013 beschrieben.

Günstiger kann motor-betriebene Mobilität kaum sein. Mich hat dieses Konzept für Mallorca’s Hauptstadt überzeugt. Vielleicht ist es ja auch etwas für Sie.

Matthias Jahnel, LL.M. · Rechtsanwalt & Abogado
C/Can Arboç, n° 1 – bajos · 07002 Palma de Mallorca
Email: info@lexjahnel.com · Web: http://www.lexjahnel.de

Sparen bis die Schwarte kracht!

Eigentümer und Mieter einer Immobilie in Spanien können ein Lied davon singen. Alles wird teurer. Allem voran die Energiepreise. Die Gas- und Stromrechnungen verteuerten sich in den letzten drei Jahren im Schnitt um 15% pro Jahr. Für 2013 ist eine Erhöhung von bis zu 37% im Gespräch um das erhebliche Defizit zwischen Herstellungskosten und Abnahmepreis zu beseitigen. Im spanischen Haushalt klafft ein (Subventions-) Loch von mehr als 30Mrd Euro. Dies übrigens weil sich vor Jahren die konservative Partei Spaniens (PP!) Wählerstimmen durch niedrige Energiepreise im sozialistischen Stil sichern wollte. So legte der Staat über Jahre niedrige Abgabepreise für Strom uund Gas fest und zahlte den Herstellern die Differenz. Maßnahmen zur effizienten Nutzung von Energie sind so in Spanien unbekannt geblieben. Der Plan der billigen Resourcen wird nun von den Kindern und Enkeln der Urheber dieses Desasters gezahlt.

Zusätzlich steigen die Mehrwertsteuer und gemeindlichen Abgaben. Den Rest erledigen neue Umweltabgaben in den Autonomien.

Es verwundert daher nicht, dass ich in Beratungsgesprächen zu Immobilienkäufen immer öfter auch nach konkurrenzfähigen Alternativangeboten in Sachen laufender Kosten des Haushaltes gefragt werde. Leider hat die Idee  Preissuchmaschinen im Internet anzubieten in  Spanein noch keinen Einzug gehalten. Es ist daher schwer, wirklich eine präzise Auskunft zu geben. Gegebenenfalls wäre dies eine neue Geschäftsidee für findige Programmierer / Webdesigner.

Zur Zeit existieren die mir bekannten nachfolgenden Webseiten. Diese werden regelmäßig gewartet und stellen einen recht guten Service dar:

Sollten Sie mehr (verlässliche) Preissuchmaschinen kennen, bin ich gerne bereit diese in die Liste aufzunehmen. Also melden Sie sich bitte!

Matthias Jahnel, LL.M. · Rechtsanwalt & Abogado
C/Can Arboç, n° 1 – bajos · 07002 Palma de Mallorca
Email: info@lexjahnel.com · Web: http://www.lexjahnel.de

Es knackt im Gebälk

Die Zahlen sind ebenso beeindruckend wie Angst einflössend. Spanische Banken und Sparkassen sitzen Ende 2012 auf geschätzten 180 Mrd EUR fauler Kredite. Dies sind 52 Mrd EUR mehr als letztes Jahr. Die Großzahl stammt aus der hausgemachten Immobilienblase die 2008 platzte. Um zu retten was zu retten war, hat Spanien seine Banken in den letzten vier Jahren Stück für Stück reformiert. Unrentable regionale Sparkassen wurden zu überregional arbeitenden Banken zusammengeschlossen. Unmengen an Steuergeldern sind in das System gepumpt worden. Trotz der Geldschwemme nicht mehr zu rettende Finanzinstitute wurden durch den Staat übernommen, zerstückelt und verkauft.  So auch die viertgrößte spanische Bank mit mehr als 10 Millionen Kunden und einem Loch in der Bilanz von mehr als 27 Mrd Euro.

Das große Problem Spaniens blieb dennoch. Durch nur zaghafte und scheibchenweise verordnete Reformen haben es die Banken bis heute nicht für erforderlich erachtet, ihre Immobilienbestände ernsthaft zu vermindern. Anstatt die Preise nach unten zu schrauben, Immobilien zu verkaufen und Verluste hinzunehmen, wurde versucht, mit 100% Finanzierungen Häuser und Wohnungen wieder an den Mann oder die Frau zu bringen. Und das zu teilweise horrend hohen Preisen. Der erwartete Erfolg der Verkaufsaktionen blieb aus. Die Banken sitzen seit Jahren auf ihren Beständen mit ungewissem Wert. Mehr und mehr Banken werden so an den Rand des Ruins gedrückt. Der Staat musste zumeist in letzter Sekunde einspringen um das Schlimmste zu verhindern.  Investoren versagen wegen den unbekannten Risiken im Bankensektor ihre Unterstüztung nun auch dem spanischen Staat.

Weil dies so ist hat sich Spanien nun zum bekannten Modell der „Bad Bank“ entschieden und versucht sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen. Und zwar ohne weitere Steuergelder zu verpulfern! Privatinvestoren die Spanien meiden wie der Teufel das Weihwasser sollen es nämlich richten.

Das Gerangel um die gut dotierten Chefposten bei der „Bad Bank“ hat bereits begonnen. Die Gesetze für ein möglichst steuerfreies Investmentvehikel wurden geschaffen.

Die privaten Investoren werden mit Renditeversprechen von 10-15% gelockt um die Bad Bank, die Gehälter der Chefetagen und auch die zukünftigen Abfindungen des Managements, nach dem Scheitern des Vorhabens,  zu finanzieren. Natürlich sollen sie auch die Verluste der Aktion tragen, aber davon sprechen wir lieber -zunächst- nicht.

Damit der Plan auch aufgeht werden die Immobilien den Banken für einen Spottpreis entrissen. Zunächst ist es natürlich interessant zu hören, dass die Immobilien mit Abschlägen von 50% bis zu 79% der Buchwerte von der Bad Bank aufgesogen werden sollen. Bereits zu Beginn des Festes werden fast 89.000 Immobilien aus den verstaatlichten Banken in die Bad Bank übernommen. Später sollen auch die gesunden spanischen Banken gezwungen werden, ihre Immobilienbestände an diese Bad Bank zu übertragen.

Man könnte erwarten, dass die Preise im Immobiliensektor nun ernsthaft purzeln. Makler und Bauträger schlagen bereits Alarm. Sie werden nicht müde zu betonen, dass die „Bad Bank“ keinen Einfluss auf die spanischen Immobilienpreise haben wird. Hiermit könnten sie zunächst auch Recht behalten. Wie nunmehr in der Presse bekannt wird, haben findige Politiker einen klugen Plan entworfen, die Bad Bank zur Goldgrube zu machen. Spanien wäre eben nicht Spanien wenn es nicht seinen eigenen Weg gehen würde.

Um sich nicht mit Kleinkram herumschlagen zu müssen, werden nicht alle Immobilien der Bad Bank zufallen. Nur Immobilien die einen Wert über 100.000 EUR haben und nicht verstreut auf dem Land sind, werden in die Bad Bank eingegliedert. Der Schrott soll also bleiben wo er ist.

Nachdem dann die Kronjuwelen in fähigen Händen gut verdienender Experten ruhen, werden diese dann schnell verkauft. Jedoch bei Weitem nicht mit den erwarteten Abschlägen. Wartende Käufer müssen sich wieder darauf einstellen, mit horrenden Preisforderungen konfrontiert zu werden. Schliesslich darf der Bad Bank – Investor nicht gleich zu Beginn der Aktion verschreckt werden.

Auch Vergünstigungen bei der Geldvergabe zum Kauf der Immobilien wird es bei der Bad Bank nicht geben. Klar ist bereits, dass die Bad Bank Immobilienkredite nicht vergibt. Hierfür werden dann wieder die Privatbanken zuständig sein. Also genau die Institute sollen die verstaatlichen Immobilien zu „marktüblichen Konditionen“ finanzieren, die gerade vom Staat enteignet wurden, selbst keine Liquidität besitzen, auf den ihnen verbliebenen Schrottimmobilien hocken und deren Ressourcen gerade reichen, um eigene Probleme zu bewältigen.

Nach 15 Jaren soll dann alles vergoldet sein. Dies zur Idee…

Vergeben Sie mir meinen Pessimismus: Aber ein solch’ grandioser Plan muss zum Scheitern verurteilt sein. Auf wie viele hundert Milliarden Euro europäischer Steuergelder wetten wir?

Matthias Jahnel, LL.M. · Rechtsanwalt & Abogado
C/Can Arboç, n° 1 – bajos · 07002 Palma de Mallorca
Email: info@lexjahnel.com · Web: http://www.lexjahnel.de

Kinder und Schule auf Mallorca

Einmal geheiratet -oder auch nicht- stolpern Paare früher oder später über die Frage nach Kindern und deren Erziehung auf Mallorca. War das Leben vor dem Nachwuchs noch leicht und unbeschwert drängt sich nun die Verantwortung für die Kleinen mit Macht ins eigene Leben und die Lebensplanung.

Spanien bietet ein gutes System von Kinderkrippen, Kindergärten und Schulen. über die Qualität und Inhalte lässt es sich -wie so oft- vorzüglich streiten.  Es ist sicherlich nicht verkehrt die Kleinen am Anfang in eine lokale Guarderia (Krippe) zu bringen.  Das härtet ab und regt das Immunsystem kräftig an.

Im vierten Lebensjahr werden die Fragen nach der Zukunft dann ernster. Der Kindergarten folgt und mit ihm auch die Schule, da in Spanien – anders als in Deutschland- der Kindergarten zumeist an die nachfolgend zu besuchende Schule angegliedert ist. Auch dies ist sicherlich eine gute Sache, nur müssen Sie bereits jetzt entscheiden, welchen sprachlichen Weg Ihr Kind gehen soll.

Neben den staatlichen und halb-staatlichen Einrichtungen gibt es ebenso eine Reihe privater Organisationen. Wegen der anhaltenden nationalistischen Tendenzen auch auf den Balearen wird in den staatlichen und halb-staatlichen Einrichtungen überwiegend mallorquin gesprochen und gelehrt. Dies hat mittlerweile dazu geführt, dass viele Schulabgänger schlecht spanisch sprechen und schreiben.  Spanisch wird zur ersten Fremdsprache abgewertet. Ist also Ihr Plan Ihr Kind sprachlich an die Balearen zu binden,  Ihre eigne Muttersprache zu vernachlässigen, und ihm  oder ihr ebenso die spanisch- und englischsprachige Welt zu verschließen, dann sind diese  zumeist kostenfreien  Schulangebote genau das Richtige für Sie.

Optieren Sie entgegen dem öffentlichen und politischem Druck in Richtung weltoffener und mehrsprachiger Bildung dann stehen Ihnen mehrere englische und deutsche Schulen zur Verfügung.  Bei der Wahl ist jedoch zu bedenken:

  1. Ist die Schule zugelassen? Nicht alles was sich auf Mallorca Schule nennt ist auch eine solche.
  2. Wie hoch sind die Kosten? Diese können zwischen 450 und 1200 EUR pro Sprössling und Monat liegen. Dies ist zwar für bildungsverwöhnte Deutsche erst einmal ein Schock, doch weiß ich aus eigener Erfahrung dass diese Preise im internationalen Vergleich noch moderat sind.
  3. Gibt es einen Busservice? Zumeist wird dieser durch die Schulen nicht gestellt. Im Stadtgebiet von Palma sind die Schulen über den EMT Busservice gut & günstig verbunden. In allen andern Fällen werden Sie mit dem Auto zweimal zur Schule fahren müssen.  Sie sollten also eine Unterkunft in Schulnähe suchen.

Verfallen Sie nicht in den Glauben Sie würden schneller Anschluss an die Inselbewohner finden nur weil Sie Ihr Kind zur spanischen Schule bringen. Dieser Weg ist lang und steinig und die Kleinen in der Schule öffnen nicht automatisch die Tür zum Herzen und der Samstagnachmittag – Fiesta der Nachbarn. Das Integration nur über den totalen Identitätsverlust  und Verfall der Muttersprache  der Nachkommen zu erreichen ist, war und ist mir persönlich unverständlich, wird aber oft unterschwellig vertreten.

Auch ist es bitter nach mehreren Jahren zu sehen, dass der nunmehr pubertäre Nachwuchs vortrefflich am Samstagabend – Botellon am Paseo auf catalan am Komasaufen teilnehmen kann, sich das Gespräch mit den deutschen Großeltern  aber auf  „Halo, wi-gets“  beschränkt. Aber dann ist es leider schon zu spät…

Kategorien:meine Meinung!, Schule

Erbschaftssteuer in Spanien vermeiden

Viele Artikel und Vorträge beschäftigen sich in letzter Zeit mit dem Thema Erbschaftssteuer in Spanien und deren Vermeidung. Das Problem ist bekannt. Spanien hat einen der höchsten Steuersätze innerhalb der EU (bis über 80%(!)) und ist auch bei den Freibeträgen mehr als kleinlich. Daher werden Investoren und verunsicherten Eigentümern in Großveranstaltungen, in kleinen exklusiven Runden oder im direkten Beratungsgespräch Informationen zu „legalen Möglichkeiten“ der Steuerminderung vorgetragen. Internationale Steuersparmodelle werden dort genauso verkauft wie Treuhandlösungen. Schweizer Wohnsitze, österreichische Stiftungen oder lichtensteiner Anstalten sind hier noch nicht einmal zu den Exoten zu zählen. Die Angebotsliste der Steuersparmodelle ist ebenso lang wie die angebliche Erfahrung und das „Insiderwissen“ der Berater.

Schnell werden Berateraufträge unterzeichnet weil die Zeit drängt. Die Maschinerie läuft dann an und gewinnt an Eigendynamik. Leider beachten die Betroffenen nicht -oder es wird schlicht verschwiegen- dass viele dieser Steuersparmodelle langfristig mehr Schaden als Nutzen anrichten können. Oder dass diese Modelle schlicht nicht funktionieren, weil der Auftraggeber sein Leben komplett nach dem Modell einrichten muss. Ebenso arbeiten die Berater nicht umsonst, sodass die vermeintlichen Steuerersparnisse am Ende oft in Form von Honoraren in die Taschen der Berater und Dienstleister fließen. Bei Betroffenen von langfristigen Steuermodellen habe ich bis heute eine ihnen zu Beginn übergebene Zusammenstellung aller entstehenden Kosten und Honorare noch nie zu sehen bekommen.

Auch sind sich viele nicht wirklich im Klaren darüber, dass ein Modell nur dann funktioniert, wenn alle Parameter eingehalten werden. So ist bei internationalen Lösungen meist der Umzug in ein anderes Land (Österreich, Schweiz) unumgänglich um keinen Steuerbetrug zu begehen. Ändern sich Ihre persönlichen Umstände, oder merken Sie, dass das neue Leben schlicht so nicht zu meistern ist, dann drohen neben neuen Kosten in einigen Fällen auch empfindliche Strafen. Sicher ist in diesen Fällen dann nur, dass Sie für die neuen Kosten und den entstandenen Schaden allein aufkommen werden.

Vergessen Sie ebenso nicht, auch Finanzämter lesen diese vielversprechenden Anzeigen oder sitzen in Informationsveranstaltungen in denen Sie geworben werden. Es ist in unserem Informationszeitalter so gut wie unmöglich einen bedeutenden Schritt voraus zu sein.

Einige Berater mögen es durchaus gut mit Ihnen meinen, jedoch sollten Sie zunächst immer beachten, dass die meisten Erbschaftssteuern und deren Höhe theoretischer Natur sind. Auch kann bereits bei der Vorbereitung einer Investition in Spanien ein wesentlicher Beitrag und der Grundstein zur späteren Erbschaftssteuerersparnis gelegt werden. Hier kommen neben dem effektiven Einsatz von lokalen Belastungen, Vermögensaufteilungen, dem Niesbrauch und Gesellschaftslösungen auch testamentarische Regelungen in betracht. Die Lösungen zur Steuerersparnis liegt im größten Teil der Fälle meist sehr nah.

Persönlich bin ich der Ansicht das Steuerlösungen zunächst wie gute Geldanlagen geprüft werden sollten:

  1. Sie und Ihre Erben müssen das verkaufte Steuersparmodell durch und durch verstehen
  2. Das Modell muss sich Ihren tatsächlichen Gegebenheiten und Lebensumständen anpassen (und nicht umgekehrt)
  3. Es muss auch langfristig angelegt und bezahlbar sein
  4. Das Steuermodell muss auch ohne den Berater oder seine Hintermänner funktionieren.

Fällt bereits dieser grundlegende Test  negativ aus, ist das Spiel der Berater verloren.

Einmal laut gelacht!

Mein morgendlicher Kaffee nebst überregionalen Wirtschaftsnews war selten so beschwingt wie heute. Endlich haben uns die spanischen Finanzbosse per Pressemitteilung Klarheit darüber verschafft, wer die wirkliche Schuld am derzeitigen Finanzdebakel trägt und wo ihre Lösung liegt.

Es sind natürlich nicht die Banken selbst die ungezügelt über Jahre hinweg Finanzierungen an Personen gewährten, die auch zu Boomzeiten nie im Stande waren, diese je zu bedienen. Es waren nicht die Manager der Filialen, die um die jährliche Kommissionen und Bilanz Willen, auch dem letzten Teilzeitkellner Tür und Tor zur schönen reichen Welt auf Pump eröffneten. Es waren nicht die Gutachter, die die „Marktwerte“ der Immobilien in ihren Vergleichswertgutachten Jahr für Jahr um 10% bis 15% nach oben schraubten. Es waren nicht die Politiker die aus wahltaktischem Kalkül über ihre lokalen Sparkassen Geld für Prestigeprojekte und an Freunde verliehen und in den Markt mit Euros überschwemmten. Es war ebenso nicht die Schuld der Zentrale in Madrid die um niedrige Arbeitslosenzahlen Willen, den Kräften des Marktes ungezügelten Lauf lies, und so sehenden Auges und wissend, die größte Krise Spaniens seit Beginn der Demokratie zuließ. Es war nicht Schuld der spanischen Zentralbank die für Jahre die Durchsetzung der strengen Basel III Auflagen vernachlässigt hat. Es war nicht die der Gemeinden, die immer neue Baugebiete auswiesen und die spanische Küste in die größte Baustelle (und Mondlandschaft) Europas verwandelten. Und es waren zu guter Letzt auch nicht die der Spanier selbst, die am großen Reibach mitverdienen wollten und denen die 60qm Eigentumswohnung mit Blick auf den Hinterhof es wert war,  all ihre Ersparnisse und finanzielle Freiheit auf Jahrzehnte zu opferten.

Alle Probleme die das Land im Süden stemmen muss, wären nach heutiger Ansicht der spanischen Finanzjongleure auf einen Schlag lösbar wenn, ja wenn nur, der freie Markt den sie ein Jahrzehnt lang propagierten und mittels dem sie Milliarden in ihre Taschen schaufelten, nun auch funktionieren würde. Doch die jetzt herbeigerufenen Helfer scheuen die frisch geschnürten Finanzpakete wie wir Deutschen saures Bier.

Heute Morgen dann kam der Befreiungsschlag. Uns dürstenden und fragenden Lesern wurde endlich klar gemacht wer die wahren Schuldigen des spanischen Debakels sind. Es sind genau diese Investoren selbst, die ohne rot zu werden, förmlich schamlos und ohne Gewissen, Sicherheiten für die Übernahme der bereits jetzt konkursreifen zarten Blüten der neuen spanischen Banklandschaft verlangen, und es zudem noch wagen, an Profit zu denken. Diese verabscheuungswürdigen Kapitalisten wird der wahre Zorn der Spanier treffen. Ein neues (dem Sozialismus abgerungenen) Staatsvehikel muss jetzt  her. Denn wir wissen nun, dass das Land im Süden seine vermeintlichen Immobilien Nuggets nicht verschleudern wird. Denn diese Kapitalisten wollen nur eins: „Sich hemmungslos an uns bereichern!!!“

Ich habe selten schon beim Kaffee so laut gelacht.

Posted with WordPress for BlackBerry

Artikel in: http://www.elconfidencial.com/en-exclusiva/2011/bancos-malos-cajas-inversion-20110503-78054.html

Kategorien:meine Meinung!
%d Bloggern gefällt das: