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Kinder und Schule auf Mallorca

Einmal geheiratet -oder auch nicht- stolpern Paare früher oder später über die Frage nach Kindern und deren Erziehung auf Mallorca. War das Leben vor dem Nachwuchs noch leicht und unbeschwert drängt sich nun die Verantwortung für die Kleinen mit Macht ins eigene Leben und die Lebensplanung.

Spanien bietet ein gutes System von Kinderkrippen, Kindergärten und Schulen. über die Qualität und Inhalte lässt es sich -wie so oft- vorzüglich streiten.  Es ist sicherlich nicht verkehrt die Kleinen am Anfang in eine lokale Guarderia (Krippe) zu bringen.  Das härtet ab und regt das Immunsystem kräftig an.

Im vierten Lebensjahr werden die Fragen nach der Zukunft dann ernster. Der Kindergarten folgt und mit ihm auch die Schule, da in Spanien – anders als in Deutschland- der Kindergarten zumeist an die nachfolgend zu besuchende Schule angegliedert ist. Auch dies ist sicherlich eine gute Sache, nur müssen Sie bereits jetzt entscheiden, welchen sprachlichen Weg Ihr Kind gehen soll.

Neben den staatlichen und halb-staatlichen Einrichtungen gibt es ebenso eine Reihe privater Organisationen. Wegen der anhaltenden nationalistischen Tendenzen auch auf den Balearen wird in den staatlichen und halb-staatlichen Einrichtungen überwiegend mallorquin gesprochen und gelehrt. Dies hat mittlerweile dazu geführt, dass viele Schulabgänger schlecht spanisch sprechen und schreiben.  Spanisch wird zur ersten Fremdsprache abgewertet. Ist also Ihr Plan Ihr Kind sprachlich an die Balearen zu binden,  Ihre eigne Muttersprache zu vernachlässigen, und ihm  oder ihr ebenso die spanisch- und englischsprachige Welt zu verschließen, dann sind diese  zumeist kostenfreien  Schulangebote genau das Richtige für Sie.

Optieren Sie entgegen dem öffentlichen und politischem Druck in Richtung weltoffener und mehrsprachiger Bildung dann stehen Ihnen mehrere englische und deutsche Schulen zur Verfügung.  Bei der Wahl ist jedoch zu bedenken:

  1. Ist die Schule zugelassen? Nicht alles was sich auf Mallorca Schule nennt ist auch eine solche.
  2. Wie hoch sind die Kosten? Diese können zwischen 450 und 1200 EUR pro Sprössling und Monat liegen. Dies ist zwar für bildungsverwöhnte Deutsche erst einmal ein Schock, doch weiß ich aus eigener Erfahrung dass diese Preise im internationalen Vergleich noch moderat sind.
  3. Gibt es einen Busservice? Zumeist wird dieser durch die Schulen nicht gestellt. Im Stadtgebiet von Palma sind die Schulen über den EMT Busservice gut & günstig verbunden. In allen andern Fällen werden Sie mit dem Auto zweimal zur Schule fahren müssen.  Sie sollten also eine Unterkunft in Schulnähe suchen.

Verfallen Sie nicht in den Glauben Sie würden schneller Anschluss an die Inselbewohner finden nur weil Sie Ihr Kind zur spanischen Schule bringen. Dieser Weg ist lang und steinig und die Kleinen in der Schule öffnen nicht automatisch die Tür zum Herzen und der Samstagnachmittag – Fiesta der Nachbarn. Das Integration nur über den totalen Identitätsverlust  und Verfall der Muttersprache  der Nachkommen zu erreichen ist, war und ist mir persönlich unverständlich, wird aber oft unterschwellig vertreten.

Auch ist es bitter nach mehreren Jahren zu sehen, dass der nunmehr pubertäre Nachwuchs vortrefflich am Samstagabend – Botellon am Paseo auf catalan am Komasaufen teilnehmen kann, sich das Gespräch mit den deutschen Großeltern  aber auf  „Halo, wi-gets“  beschränkt. Aber dann ist es leider schon zu spät…

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Kategorien:meine Meinung!, Schule
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